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Kraft der Preiselbeere
Seit mehr als 300 Jahren sind die Vorzüge der Preiselbeere bzw. ihrer amerikanischen Verwandten, der Cranberry, bekannt. Die indianischen Ureinwohner Amerikas wussten die herbe, rote Frucht, aufgrund ihres hohen Nährwertes und gesundheitsfördernder Eigenschaften (insbesondere im Bereich der Harnwege), zu schätzen. Im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen die Anwendung der Preiselbeeren bei schmerzhafter Regel der Frau.
Ihren Namen erhielt die Beere von englischen Einwanderern: Wegen ihrer schnabelförmigen Blüte wurde sie Crane Berry (Kranichbeere) genannt, woraus später Cranberry wurde.
Amerikanische Seefahrer nahmen große Mengen der Preiselbeeren mit auf See, um den Vitamin C-Bedarf zu decken und somit dem gefürchteten Skorbut vorzubeugen. Dank ihres leckeren Geschmacks hat Cranberry bis heute einen festen Platz in der nordamerikanischen Küche.
Die europäische Preiselbeere - am meisten verbreitet sind die Sorten Koralle, Erntekrone, Erntedank und Erntesegen - reift von August bis Oktober. Bei 3°C und 90% relativer Luftfeuchtigkeit bleibt sie bis zu 8 Wochen frisch; eine für Beerenobst erstaunliche Lagerzeit. Die amerikanische Cranberry lässt sich noch länger aufbewahren. Dank des hohen Gehaltes an natürlicher Benzoesäure liegt die Lagerzeit bei 5°C und 70% Luftfeuchtigkeit bei 3 Monaten, und bei 1°C sogar bei 5 Monaten.
Antioxidative Kraft
Außer dem reichlich vorhandenen Vitamin C wirken auch Anthocyane und Flavonoide ausgesprochen antioxidativ. Diese bioaktiven Substanzen dienen als Radikalfänger und wirken Hautalterung, Grauem Star, Hautkrebs und kardiovaskulären Erkrankungen entgegen.
Besonders reich vertreten in Kulturpreiselbeeren ist das Flavonoid Querzetin. Es hemmt nachweislich das LDL-Cholesterin, das bekanntlich Arteriosklerose und damit die Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigt. Der Gehalt an diesem effektiven Oxidationsschutzwirkstoff in der Preiselbeere ist nahezu unübertroffen: 25 mg/100 g!
Antibiotische Wirkung
Eine im Juni 2001 im British Medicial Journal veröffentlichte Studie belegt das alte Volksheilwissen: Kultur-Preiselbeeren sind in der Lage, bei regelmäßigem Genuss die Anzahl von Harnwegsinfekten um über die Hälfte zu reduzieren!
Die in den Beeren enthaltenen Proanthocyane verhindern, dass sich die Darmbakterien Escherichia coli, die über 80 % aller Harnwegsinfekte ausmachen, an die Zellen von Blase und Niere anheften können - sie werden ausgeschwemmt und die Infektion kommt nicht zustande.
Auch die Indianer Nordamerikas verwendeten Cranberries als antibiotisch wirksames Mittel. Sie desinfizierten ihre Wunden mit dem ausgepressten Beerensaft.
Neuere Studien belegen, dass die Wirkstoffe der Preiselbeere bereits in der Mundhöhle antibiotische Eigenschaften entwickeln. Sie reduzieren Zahnbelag, indem die primäre Ansiedlung von Streptokokken an den Zahnoberflächen und die sekundäre Ansiedlung grau-negativer Anaeroben (= Praradontose-Förderer) an die Erstansiedler verhindern.
Die Preiselbeere ist ein besonders wertvolles Nahrungsmittel. Sie enthält eine ganze Reihe wichtiger Mikronährstoffe, von denen die pflanzlichen Farbstoffe Anthocyane und Tannine eine wichtige Rolle spielen. Der Wirkstoff Arbutin verleiht der Preiselbeere antibakterielle Eigenschaften. Auch der Gehalt an Vitamin B2 ist beachtlich.



