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Exsudative Diathese
Als Diathese bezeichnen wir erbliche oder erworbene Bereitschaft des Organismus zu krankhaften Reaktionen. Die Exsudative (hydrogenoide) Diathese tritt meistens bei der lymphatisch-neurogenen Konstitution auf und wird durch multiple weißliche Tophies (tupfartige Flecke) zwischen der 5. und 6. Zone manifest
Die mögliche Erkrankungstendenz bei dieser Diathese erstreckt sich hauptsächlich auf folgende drei Bereiche:
- Rheumatische Erkrankungen (Arthrosen, Schwellungen der Gelenke, entzündliche Gelenkaffektionen, Gicht, Weichteilrheuma, Rückenschmerzen, LWS-Syndrom, häufige Ischialgien und Lumbago)
- Nierenerkrankungen (renale Hypertonie, Ödeme, Niereninsuffizienz, Nierensteine, Nierenbeckenentzündung)
- Lymphatische Erkrankungen (Angina Tonsillaris, Lymphatismus, Lymphknotenschwellung, Lymphödem, Sinusitis, Milzerkrankungen)
Die Nieren kontrollieren den Salz- und Mineralstoffgehalt, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und sind an der Einstellung des Säuren-Basen-Haushaltes des Körpers beteiligt. Ist die Arbeit der Nieren gestört, treten je nach Ursache Nierenbeschwerden auf, die sich über verschiedene Krankheitszeichen im Körper äußern können.
Eine latente Nierenschwäche kann lange Zeit ohne klinische Manifestationen verlaufen. Anhand einiger Symptome und durch alternative Untersuchungsmethoden bekommt man jedoch ziemlich sichere Diagnose-Hinweise. Hier die typischen Merkmale:
- Druck im Lendenwirbel-Bereich
- Wiederkehrende Ischialgien, Hexenschuss
- Hoher Harnsäurespiegel, harnsaure Diathese, Gicht
- Knöchelödeme, Unterlidödeme
- Steife Finger und aufgequollenes Gesicht am Morgen
- Trüber, dunkler Harn
Bei Patienten mit exsudativer Diathese sollte man bei der Irisdiagnose speziell auf Nierenzeichen achten (z.B. strohgelbe Pigmente in der mesenchymalen Zone, Lakunen und Krypten im Nierensektor).
Die meisten Ischialgien, Bandscheibenaffektionen und das LWS-Syndrom hängen oft mit eingeschränkter Nierenfunktion zusammen. Aus diesem Grunde gehört eine Nierendrainage zu den ersten wichtigen therapeutischen Maßnahmen.
Eine therapeutisch indizierte Anregung der renalen Ausscheidung bietet viele Vorteile:
- Der Körper wird entsäuert und eingelagerte Harnsäurekristalline aus dem Gewebe und den Gelenken ausgeschwemmt.
- Die Haut wird entlastet (trockene Haut ist oft nur der Ausdruck für eine Nierenschwäche!).
- Bei verbesserter Nierenfunktion werden oft Rückenbeschwerden gelindert. Daher keine Rückentherapie ohne Nierenentlastung!
- Durchspülungstherapien leiten Grießstein aus und beugen Nierensteinbildung vor.
Die modernen Phytotherapeutika beinhalten Goldrute in ihrer standarisierten Form als Quercitrin. Damit wird gewährleistet, dass die therapeutischen Dosen stets in einer gleichbleibenden Konzentration verabreicht werden. Goldrute ist inzwischen aus der Heilkunde nicht mehr wegzudenken und findet breite Anwendung bei der begleitenden Behandlung von Blasen- und Nierenentzündungen, schmerzhafter Harnentleerung und zur Stoffwechselanregung bei Ekzemen unterschiedlicher Genese.
Neben der primären Anregung der Harnausscheidung ist die Durchspülungstherapie auch bei akuten und chronischen Harnwegsinfekten von großer Bedeutung.
Richtige Diuretika können die Nieren entlasten und ihnen helfen, harnpflichtige Substanzen auszuscheiden. Pflanzliche Diuretika sind vor allem dann notwendig, wenn der Harn trübe, dunkel und streng riechend ist.
Die gleichen Drogen eignen sich auch zur Behandlung funktioneller, dysurischer Beschwerden (Reizblase) und zur unterstützenden Behandlung von Steinbildung.
Wärmeanwendungen im Nierenbereich sind vom Vorteil (elektrische Kissen sind dafür nicht geeignet; die elektromagnetische Strahlung kann die Nierenfunktion stören!).
Wichtig: Die Trinkmengen sollten auf 1,5-2 Liter täglich erhöht werden!



